Schon wieder ein super Buch zum Thema!

Begeisterung und Spass gehen verloren und eine Dienst-nach-Vorschrift-Mentalität ist oft die Folge. Unternehmen drohen in der Regelungsdichte zu erstarren und an Resilienz zu verlieren.

Dies schreibt Hans A. Wüthrich, der Inhaber des Lehrstuhles für Internationales Management an der Faktultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften der Universtität der Bundeswehr in München.

Weiter geht es so:

Inellekturell längst verstanden, handelt es sich nicht um ein Erkenntnis-, sondern um ein Umsetzungsproblem.

Genau! Zum Glück steht das alles erst im Vorwort des Buchs „Initialisierung musterbrechender Managementinnovation“ von Franz Röösli. So bleiben noch gut 200 Seiten, die uns informieren können: Wie lässt sich ein  Bruch gegenüber dem Füḧrungsprinzip „command and control“ konkret herbeiführen?

Besonders beeindruckt hat mich an diesem Buch die Argumentation: Ein Rädchen in einer Maschine zu sein, entspricht dem Menschen nicht – dafür ist das menschliche Hirn schlicht nicht gemacht. Franz Röösli beweist uns das haarklein mit Forschungsergebnissen und Belegen aus unterschiedlichsten Disziplinen. Und er skizziert nicht nur, wie eine Organisation aussieht, die der Plastizität des Sozialorgans „Hirn“ entspricht. Er hat auch Vorschläge, was man unternehmen kann. Dem sagt er dann die „Tun-Dimension“. Herzlich eingeladen zur Lektüre und zur Umsetzung!

 

Lösungsideen: Neue Organisations- und Führungsformen

Jetzt glaube ich definitiv, dass etwas passiert. Denn in letzter Zeit werde ich laufend auf wirklich spannende Personen und Bücher aufmerksam gemacht. Offensichtlich druchdringt eine neu Art zu denken zunehmend die Kommunikation unter Fachpersonen – darum gelangen ja all diese Hinweise unter anderem zu mir.

Um was geht es? Gemeinsam ist die Überzeugung, dass es so nicht weitergehen kann, wie grosse Organisationen aktuell oft geführt werden – mit Kennzahlen, Berichten, Erfassungen, Hierarchien usw. Gemeinsam ist auch, dass es bewegliche, von innen und aus der inneren Motivation der Mitarbeitenden gesteuerte Organisationsformen braucht.

Hier fünf Beispiele:

«Die klassische Form der Kontrolle entfällt, sie wird in der Wissensgesellschaft durch Vertrauen ersetzt. […] Das ist die Kernaussage systemischer Führung. Führung geschieht nicht mehr von oben herab, sondern von innen heraus.» Dies sagt etwa Management-Trainer, Coach und Autor Daniel Pinnow im Internetauftritt des Springerverlags: Zum Interview.

Komplexität kann nur von begeisterungsfähigen, kreativen Mitarbeitern bewältigt werden.“ Es geht darum, dass Menschen aus innerer Motivation arbeiten können. Dafür braucht es einen „Wandel der bisher in Unternehmen und Organisationen entstandene Denk,- Organisations- und Beziehungskulturen“: Gerald Hüther und Sebastian Purps-Pardigol auf www.kulturwandel.org.

Es sei besser, starre Regeln durch Vertrauen in die Urteilskraft von Menschen zu ersetzen, sagt Führungsspezialist Prof. Dr. Wüthrich: www.office-excellence.com

Franz Röösli hat zur Frage geforscht, wie man eine grosse Organisation führen kann, so dass sie beweglich bleibt: „Sich ums Leben kümmern“, „den Menschen dienen“ und „Holistic management“ gehören zu seinen Stichworten: Im Interview: www.youtube.com/watch?v=Jj1SANgAHbE – im Buch: http://eu.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-1119970008.html .

Wer an der Hochschule Luzern die Weiterbildung „Executive MBA Luzern. Strategisches Management – Leadership“ studiert, kriegt folgendes hochspannende Führungsbuch zur Pflichtlektüre: Irrgarten des Managements – Ein systemischer Reisebegleiter zu einem Management 2. Ordnung von Wilhelm J. Backhausen · Jean-Paul Thommen.

Ich freue mich auf eine neue Generation von Führungskräften – und hoffe, dass viele jetzige Führungskräfte den Paradigmenwechsel persönlich vollziehen.

Und: Entwicklungen in diese Richtung können durchaus von Mitarbeitenden auf allen Stufen angestossen und befördert werden. Aufhören zu glauben, dass Wichtiges von oben kommen muss, ist vielleicht der wichtigste Schritt in diesem Wandel.

 

«Entscheiden ist nicht mehr in. In ist das Reglement.»

Das sagt Pius Knüsel in seiner letzte Vernissage-Rede als Pro-Helvetia-Direktor. Ein kurzer Text, der nachdenklich macht und zugleich Mut.

Nachdenklich: «Die Spielräume schrumpfen – das ist die Folge der zunehmenden Administrierung …»
Mut: «Ich bin öfters auf die Nase gefallen. Darüber bin ich glücklich. Im politischen und sozialen Kontext heißt entscheiden, unglaubliche Erfahrungen zu machen. Wer Risiken in Kauf nimmt, erfährt Ausschluss und Umarmung. Er läuft gegen die Wand. Oder durch Türen, von deren Existenz er nichts wusste. Manchmal reicht der Wille allein, damit sie sich öffnen.»
Zu lesen bei Zeit online: http://www.zeit.de/2012/39/Pius-Knuesel-Pro-Helvetia-Ruecktritt-Rede